Fragen

Was ist überhaupt freiwilliges Engagement?
Freiwilliges Engagement ist ein Engagement von Bürgern
– für das sie sich freiwillig entschieden haben (auch der zeitliche Rahmen wird dabei von ihnen selbst bestimmt)
– das ohne Bezahlung geleistet wird (kein Geld für eine bestimmte Zeit. Eine Aufwandsentschädigung für die tatsächlich entstandenen Kosten ist jedoch legitim)
– das dem Gemeinwohl dient
– das mit einem persönlichen Nutzen verbunden ist, z.B. in Form von persönlicher Weiterentwicklung, Freude, sinnvolle Freizeitbeschäftigung… (kein finanzieller Nutzen)

Wie sind die Freiwilligen während ihres Einsatzes versichert?
Vermittelte Freiwillige sind nicht über das Koordnierungszentrum BE unfall- und haftpflichtversichert sondern direkt bei der Einsatzstelle. Daher vermittelt das Zentrum nur an Einrichtungen, die den Versicherungsschutz für ihre Freiwilligen gewährleisten können – somit fällt auch eine Vermittlung an Privatpersonen über das Zentrum weg.
Das Land Bayern hat darüber hinaus zum 1. April 2007 mit der Bayerischen Ehrenamtsversicherung ein Sammel- Haftpflicht- und ein Sammel-Unfallversicherung für freiwillig Engagierte abgeschlossen, die insbesondere Ehrenamtliche schützen soll, die sich in vielen kleinen, rechtlich unselbstständigen Initiativen engagieren (z.B. eine unselbstständige Nachbarschaftshilfe, eine privat organisierte Selbsthilfegruppe…). Da die meisten Ehrenamtlichen bereits über ihren Träger versichert sind, ist die bayerische Ehrenamtsversicherung jedoch nachranging, d.h. eine andere Haftpflicht- und Unfallversicherung geht im Schadensfall vor. Hier finden Sie weitere Informationen zur Bayerischen Ehrenamtsversicherung.

Nehmen Freiwilligenzentren/Koordinierungszentren BE den Vereinen und Kirchengemeinden die Ehrenamtlichen weg?
Nein! Circa 90% der Bürger, die sich bei einem Koordinierungszentrum melden, waren noch nie vorher ehrenamtlich tätig oder ihr Engagement ist schon lange her und sie wollen nach langer Zeit wieder aktiv werden. Der restliche Teil der Bürger sucht nach einer zusätzlichen Aufgabe, neben ihrer bisherigen freiwilligen Tätigkeit.
Jemand, der sein Ehrenamt beenden möchte, wird es so oder so beenden – und das ganz ohne Einwirkung des Koordinierungszentrums.

Hier ist doch eh schon jeder engagiert!
Aus dem bayerischen Freiwilligensurvey 2004 von TNS Infratest Sozialforschung geht klar hervor, dass circa ein Drittel der Menschen in Bayern bereits ehrenamtlich engagiert sind – im Landkreis Kitzingen sind es sogar noch mehr. Ein weiteres Drittel der Bevölkerung zieht es durchaus in Betracht sich freiwillig zu betätigen, wenn Sie besser über die Einsatzmöglichkeiten in ihrem Umfeld informiert wären oder einen konkreten Ansprechpartner hätten. Ein Koordinierungszentrum BE bietet genau diese Informationsplattform und die Möglichkeit sich individuell beraten zu lassen.

Warum gehen die Freiwilligen denn nicht einfach direkt zu einer Einrichtung/Verein/Institution, um sich zu engagieren?
Einige der Freiwilligen tun dies durchaus. Jedoch möchten viele Menschen sich zunächst ein klares Bild über ihre Möglichkeiten einer speziellen Zielgruppe entsprechend verschaffen. Meistens sind sich die Freiwilligen auch gar nicht darüber im Klaren, welche Tätigkeit überhaupt zu ihnen passt. Das Koordinierungszentrum BE ermittelt mit den potenziellen Ehrenamtlichen gemeinsam individuelle Ideen zum freiwilligen Engagement und zeigt mögliche Einrichtungen für ihren Einsatz auf.

Welchen Nutzen hat die sogenannte Engagementberatung?
Nicht nur vor einer Geldspende, auch zu einer „Zeitspende“ möchten sich die Menschen schon im Vorfeld umfassend informieren, was sie in der persönlichen Beratung tun können. Auch wird die Hemmschwelle für die Aufnahme einer freiwilligen Tätigkeit deutlich gesenkt, weil die Bürger sich ganz unverbindlich informieren können. Darüber hinaus stellt das Koordinierungzentrum BE für einige Bürger auch eine Form von Sicherheit dar, weil es als Vermittler zwischen Bürger und Organisation fungiert, falls Schwierigkeiten auftreten oder sie das Engagement wieder beenden möchten.

Bekommen Organisationen alle, auch „ungeeignet erscheinende“ Freiwillige vermittelt?
Es kann durchaus vorkommen, dass sich in der Engagementberatung zwischen Koordinierungszentrum BE und Bürger herausstellt, dass er für ein bestimmtes Aufgabenfeld „ungeeignet“ ist, z.B. wenn klar wird, dass der Bürger eine bezahlte Tätigkeit sucht oder aufgrund seines persönlichen bzw. gesundheitlichen Hintergrunds bestimmte Aufgaben nicht möglich sind. Je nach Sachverhalt wird den Bürgern dann eventuell von einem Engagement abgeraten oder empfohlen mit einer anderen Zielgruppe zusammenzuarbeiten bzw. sich in einiger Zeit erneut beraten zu lassen.